Die RWA Solar Solutions hat im Sommer 2025 im Auftrag der ÖBB mit dem Bau der PV-Anlage ÖBB Asten begonnen. Die Anlage speist in Zukunft eine Leistung von ca. 22,5 MWp direkt in das Unterwerk Asten und somit in das 16,7 Hz Bahnstromnetz der ÖBB ein. Die Fertigstellung ist im Herbst 2026 geplant.
Der Standort der Projektfläche im Hochwassergebiet im Gemeindegebiet von Enns stellt hohe Anforderungen an Planung und Technik. Überschwemmungsflächen und behördliche Auflagen erfordern ein durchdachtes Gesamtkonzept:
Erhöhte Unterkonstruktion zum Schutz sensibler Komponenten
Die Photovoltaikmodule werden, ebenso wie die Generatoranschlusskästen, mit einer Unterkante von 1,10 m über Gelände montiert, um im Hochwasserfall Beschädigungen zu vermeiden.
Erhöhte Technikstationen zum Schutz von Transformatoren und Wechselrichtern
Die Transformatoren und Wechselrichter im Projektfeld werden auf erhöhten Plateaus über der Hochwasseranschlagslinie aufgestellt. Eine speziell ausgelegte Stahlkonstruktion stellt sicher, dass die Lasten der Stationen sicher aufgenommen werden. Dadurch bleiben sämtliche elektrotechnischen Komponenten auch im Hochwasserfall geschützt und die Betriebssicherheit der Anlage ist jederzeit gewährleistet. Zudem bleiben Transformator und Wechselrichter für die Wartung gut zugänglich.
Abstimmung mit Behörden und Wasserwirtschaft zur Definition von Retentionsflächen
Um das durch die Komponenten verdrängte Volumen zu kompensieren wird, in Abstimmung mit lokalen Behörden und Gutachtern, ein Retentionsvolumen direkt auf dem Projektfeld geschaffen. Damit wird sichergestellt, dass es durch die Errichtung der Anlage zu keinem erhöhten Wasserstand im Hochwasserfall kommt.
Besonderheit in der Trassenführung
Die Anbindung der Projektfläche an das Unterwerk der ÖBB erfolgt über insgesamt acht Mittelspannungskabel. Eine besondere technische Herausforderung im Zuge der Netzanbindung stellt dabei die Querung der viergleisigen Weststrecke dar, da die Kabeltrasse diesen hochrangigen und stark frequentierten Bahnkorridor unterqueren muss. Um diese Querung technisch sicher und unter Berücksichtigung der eisenbahnbetrieblichen Anforderungen umzusetzen, wird unterhalb der Weststrecke ein Stahlrohr mit der Nennweite DN 800 im Pressverfahren eingebracht. Nach erfolgreicher Herstellung des Rohrvortriebs werden die acht Mittelspannungskabel innerhalb dieses Schutzrohres verlegt.
Grüner Strom für zukünftigen Bahnverkehr
Die PV-Anlage in Enns wird nach Fertigstellung ca. 23,8 GWh Strom erzeugen und in das Bahnnetz der ÖBB einspeisen. Das entspricht 7.900 Fahrten mit dem Railjet von Linz nach Wien

